Da ist Bewegung drin
02.09.2010 - BÜRSTADT
Von Ulrike van Weelden
INNENSTADT Knibbeldicker organisieren zum zehnten Mal Stadtlauf / Vom Experiment zur Erfolgsveranstaltung
Zur Jahrtausendwende siechte die Bürstädter Kerwe einem trostlosen Ableben entgegen. Doch das wussten ein paar Bürstädter zu verhindern. Mit dem Stadtlauf hat der KV Knibbeldick das traditionsreiche Brauchtum zurück in die Gegenwart geholt. Das „scheintote“ Fest wurde nicht nur schön geschminkt, sondern es erhielt eine hochwirksame Medizin: sportliche Bewegung. Die Therapie schlug an. Von Jahr zu Jahr steigerte sich die Teilnehmerzahl.
Heuer hoffen die Organisatoren auf insgesamt 500 Laufbegeisterte über die 2,5-, Fünf- und Zehn-Kilometerdistanzen. „Im vergangenen Jahr haben wir mit 499 registrierten Sportlern diese Marke knapp verfehlt“, sagt Karlheinz Kühn. Er hatte gemeinsam mit Klaus Doll und Herbert Rosenberger den Bürstädter Volkslauf „erfunden“. „Als Experiment“, erinnert sich der Knibbeldicker, „sind wir bei der Premiere 2001 geradeso mit einem blauen Auge davon gekommen.“ Damit meint er nicht den sportlichen Aspekt, sondern das wirtschaftliche Engagement der drei Anfangssponsoren. „Heute haben wir so viele Förderer. Die passen kaum noch aufs T-Shirt.“ 35 Firmen, darunter auch die Bürstädter Zeitung, unterstützen den „Just-for-fun-Lauf“. Dieses Kleidungsstück gehört von Anfang an zum Stadtlauf wie das begleitende Rahmenprogramm. Allerdings beschenken die Organisatoren im zehnten Stadtlauf die Teilnehmer mit einer Innovation: Erstmalig gibt es Funktionsshirts.
Innovation wird bei den Knibbeldickern, die sich 1978 als Sportgruppe formiert hatten, groß geschrieben. Sowohl die Online-Anmeldung ist - gemeinsam mit einer Karlsruher IT-Firma - so professionalisiert, dass „die Rechenleistung ausreicht, um einen Marathon für 10 000 Läufer auszurichten“, freut sich Kühn über diesen Fortschritt.
Als absolutes Novum wird am Sonntag, 3. Oktober, eine elektronische Zeitmessung angewandt. Alle Läufer erhalten einen Einweg-Chip, der am Schuh befestigt wird. Beim Passieren einer Sensormatte werden die Zeiten digital erfasst. Neben dem praktischen Nutzen dieser Technisierung für die Wertungsjury gibt es noch einen für die Zuschauer: Im Schaufenster der Metzgerei Doll steht ein Großbildschirm, auf dem die Zieleinlauftabelle ständig aktualisiert gezeigt werden.
„Bei uns ist immer Musik dabei.“ Als Hommage an den allerersten Lauf mit 200 Teilnehmern - als die Zeiten noch mit der Hand gestoppt wurden - wird im Jubiläumsjahr das Shirt wieder die Grundfarbe Grau haben. 2009 prangten die Sponsorenlogos auf schwarzem Stoff. Musikalisch hält sich der KV Knibbeldick an das bewährte Sprichwort „Never change a winning team“. Frei übersetzt: Was erfolgreich läuft, sollte man nicht ändern. So werden die Starboyzz (Grönemeyerband) mit Stefan Ullmann, ehemaliges Mitglied der Jule-Neigel-Band, und spezielle Gäste - wie im Vorjahr - zwischen Historischem Rathaus und der Metzgerei Doll für Partystimmung beim Anschlussprogramm sorgen.
Gab es im Premierenjahr „nur“ ein kleines Rahmenprogramm, so haben sich die Organisatoren von Jahr zu Jahr einiges einfallen lassen: Der Staffellauf wurde 2009 erstmalig angeboten. Heuer „rennt“ sogar der deutsche Triathlet und mehrfache Ironman-Sieger Lothar Lederer bei der Zehn-Kilometer-Strecke mit. Knibbeldick engagiert den Star zum zehnten Geburtstag des Stadtlaufs.
