Ohne Worte, Stress und Hektik
27.03.2010 - BÜRSTADT
KULTURBEIRAT Hundeexperte Holger Schüler erstmalig im Bürgerhaus/Comedy-Programm mit Vierbeinern
(wolf). "Ihr Hund beobachtet Sie 24 Stunden am Tag": Holger Schüler erklärte am Donnerstag im Bürgerhaus in seinem mehr als zweistündigen Programm "Team auf sechs Pfoten" Wissenswertes über die Erziehung der vierbeinigen Freunde.
"Wer einen Hund erziehen will, der muss sich erst einmal selbst erziehen und disziplinieren", weiß der Hunde-Erziehungsberater, der nicht alleine in die Sonnenstadt kam. Er hatte sein vierköpfiges Team mitgebracht und natürlich Falk und Siska. Siska war der eigentliche Bühnenstar des Abends. Die vier Jahre alte Berner Sennenhündin hatte viel Spaß auf der Bühne als praktisches Anschauungsobjekt für die theoretischen Weisheiten ihres Herrchens. Etwa 450 Hundefreunde erlebten 120 Minuten Hundeerziehung kompakt und in der Art eines Comedy-Programms verpackt.
Holger Schüler präsentierte den Hund als Partner. Er zeigte Erziehungsfehler an praktischen Beispielen auf und präsentierte Lösungen und Erziehungshilfen. Der Hundeversteher integrierte sein Publikum - zu 75 Prozent Frauen - in sein Programm. "Wenn Sie Probleme haben, rufen Sie mich an. Ich muss ja auch von irgend etwas leben", bot er an.
Schüler nahm seine Zuhörer und Zuseher mit zu imaginären Hausbesuchen. Er schilderte Alltagssituationen im Zusammenleben Mensch und Hund und zeigte Lösungswege bei Erziehungsproblemen auf: "Oftmals geht Frauchen mit ihrem Hund viel lieber und zärtlicher um als mit ihrem Mann."
Eine These von ihm lautet außerdem: "Ihr Hund macht nur das, was Sie ihm signalisieren", und zog sich durch den gesamten Abend.
Die Erziehung mit Belohnung sei der Anfang. "Ein Leckerlie wirkt Wunder. Nach und nach müsse der Hund aber auch lernen, Kommandos ohne Belohnung zu befolgen. Eine Erziehung ohne Stress und Hektik sei das Geheimnis jeder erfolgreichen Partnerschaft.
Und die basiert nicht auf Sprache: "Erziehen Sie ihren Liebling mehr nonverbal. Viel Körpersprache und leise Kommandos wirken viel besser. Wecken Sie die Aufmerksamkeit ihres vierbeinigen Freundes", so ein weiterer Tipp.
Natürlich drehten sich im Bürgerhaus fast alle Gespräche der Besucher um Schäferhunde, Doggen oder Pudel.
Hundeerzieher Schüler entwarf im zweiten Teil seiner "Dogshow" einen Erziehungsfahrplan. Seine Auffassung, der Mensch dürfe nicht Sklave seines Hundes sein, setzte er in konkrete Schlussfolgerungen um. Und Hundeerziehung dürfe nicht mit Schmerzen verbunden sein. Körpersprache und Mimik seien das A und O bei den einzelnen Lernphasen.
"Sie müssen sich als Team verstehen. Sie und Ihr Hund sind ein Team auf sechs Pfoten", so Schüler.
Seine Ganzheitserziehung basiert im Wesentlichen auf sechs Bausteinen: Bindung zum Partner, Konsequenz, Aufmerksamkeit, Kommunikation, Aktion und Reaktion und Spaß. "Gehen Sie aus sich heraus. Haben Sie Spaß beim Spielen. Spielen Sie mit Ihrem Hund so, dass auch er richtig Freude am Spielen hat", riet der Hundeexperte.
Viel Spaß hatten natürlich auch die Zuschauer des Hundererziehungsprogramms im Bürgerhaus. Holger Schüler präsentierte in einer flotten Show Fehler und Lösungen im Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern. Er spielte dabei oft mehr den Hund als den Menschen. Der Tierpädagoge hatte selbst viel Freude an seinem Programm. Seine Natürlichkeit - verbunden mit den Präsentationsfähigkeiten eines Comedians - übertrug sich auf alle Anwesenden im Saal. Viele nahmen die Erziehungsratschläge begeistert auf. Vielleicht auch folgenden: "Denken Sie daran. Hunde sind auch nur Menschen."
