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Biblis 

Muss Butter aus Irland kommen?

17.03.2010 - BIBLIS

Von Sabine Weidner

UMWELTSCHUTZ Beim "Klimafrühstück" lernen Bibliser Grundschüler, was Nahrungsmittel auch bedeuten

Erdbeeren im Winter, Joghurt im Becher und Vollkornbrötchen - was hat das Frühstück mit unserem Klima zu tun? Zum "Klimafrühstück" mit großem Lern- und Appetiteffekt waren Uschi Talgeh und Ursula Baumann zu Gast in den zweiten Klassen der Schule in den Weschnitzauen.

Die ehemalige Grundschullehrerin und die Sonderpädagogin arbeiten schon seit 15 Jahren zusammen, jetzt auch als Team beim World Wide Fund For Nature (WWF) mit Spezialgebiet "Klimafrühstück". Nach Biblis kamen die beiden, weil die Lehrerin Michaela Lehmann Mitglied im WWF ist und von der neuen Aktion gelesen hatte.

In der zweiten Klasse sind die Themen "Ernährung" und "Klima" derzeit im Unterricht dran. "Da passt das `Klimafrühstück` bestens hinein", meinte Lehrerin Petra Schäfer, in deren Klassenzimmer das Büfett der besonderen Art aufgebaut wurde. Auf großen Platten waren allerlei Frischgemüse, Obst und Käse angerichtet zusammen mit Joghurt, Milch, Kaba und Saft.

Dann zückte Ursula Baumann kleine Karten, worauf unter anderem das Herkunftsland der Speisen stand, inklusive einigen Informationen. Vanessa, Amy, Tim und Niclas halfen den beiden Lehrerinnen und wunderten sich, was sie dort alles lesen konnten.

Die Aufklärung folgte prompt, als die gesamte Klasse aus der Pause zurück war: "Ihr habt alle Hunger, aber heute frühstücken wir ganz bewusst", luden die Referentinnen ein und erklärten den Unterschied zwischen Klima und Wetter. Aufgabe war, schon beim Beladen des Tellers zu schauen, wo das Nahrungsmittel herkommt, ob es in Folie oder Glas verpackt ist, ob es gerade Saison hat oder eingeflogen werden muss - viele Aspekte waren zu bedenken.

Geschmeckt hat alles, denn essen und trinken durften die Schüler auch. In dieser Zeit pendelte das WWF-Team von Tisch zu Tisch, wo sich interessante Gespräche über Essgewohnheiten und mehr ergaben. "Habt Ihr Euch alles gemerkt?", war dann die Frage, denn ein Bogen musste ausgefüllt werden. Dort sollten alle Schüler notieren, welches Lebensmittel besonders Klima verträglich ist - das heißt in der Jahreszeit hier geerntet wird und auf rein biologische Weise angebaut wurde, keine weiten Transportwege hinter sich hat und ohne Verpackung gekauft werden kann. "Diese Aspekte sollen den Kindern bereits ein bewusstes Einkaufsverhalten vermitteln", erläuterten Talgeh und Baumann.

Es müsse nicht die Butter aus Irland sein, wenn es in der Region produzierte ebenso gibt; warum den Joghurt aus dem Plastikbecher, der schwierig zu entsorgen ist, essen, wenn es ihn auch im Glas auf Pfandbasis gibt? Das Gleiche gilt für frische Milch und Gemüse oder auch den Apfelsaft. Anschaulich wurde eine aufblasbare Erdkugel in einen Plastiksack gesteckt, der die CO2-Hülle symbolisierte. "Ein Sonnenstrahl, der durch die Hülle auf die Erde trifft, verändert sich und kann dann nicht mehr zurück." Das sei der Treibhauseffekt, von dem die Schüler alle schon gehört hatten.

Den Rückschluss auf Verpackungsmaterialien, die auf Erdölbasis (Folie) hergestellt werden und bei der Verbrennung, ähnlich wie die Abgase bei langen Transportwegen per Lastwagen, das schädigende CO2 in die Atmosphäre abgeben, zogen die Kinder fast allein.

Obendrein nimmt die zweite Klasse zurzeit am Wettbewerb "Unsere Klasse is(s)t klasse!" teil, der kurz vor Ostern mit einem Bewegungstag endet. Das macht das Gesamtpaket um Ernährung, Bewegung und Klimaschutz perfekt.

Wie man umweltbewusst essen und einkaufen kann, lernten Weschnitzauen-Schüler am Montag. Foto: AfP AselVergrößern

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