Abenteuer ohne Happy End
12.04.2010 - OFFENBACH
Von Matthias Rebsch
HESSEN ROCKT "The Groove Generation" verpasst Sieg, kommt aber dennoch zu einer Ehre
/BÜRSTADT. Es hat nicht ganz gereicht. "The Groove Generation" hat beim Finale des Coverwettbewerbs "Hessen rockt" den Sieg knapp verpasst. Die Bürstädter mussten sich im Capitol in Offenbach der Band "The Bobtown Cats" geschlagen geben. Das wurde am frühen Sonntagmorgen um 0.21 Uhr bekannt gegeben. Doch Grund zum Traurigsein gab es nicht. Die Musiker aus der Sonnenstadt kamen zu einer unverhofften Ehre.
13 Stunden zuvor beginnt der wohl aufregendste Tag in der noch jungen Geschichte der "Groove Generation". Die Bandmitglieder haben eine unruhige Nacht hinter sich. Marcel Kilian wacht mehrmals auf, Simon Uhrig macht die Augen fast gar nicht zu. Noch am Vorabend stand ein gemeinsames Abendessen in Worms auf dem Programm. "Zum Runterkommen", wie es Drummer Sebastian Winkler nennt. Die Nervosität ist groß. Jeder geht anders damit um. Kai Schneider zum Beispiel entspannt am Samstagmorgen noch einmal in der Badewanne.
Um 12 Uhr bricht der Trupp mit vier Autos in Richtung Offenbach auf. Dann der erste Kontakt mit dem Capitol in der Mainmetropole: Die Combo kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. "So ein geiles Ambiente", denkt Sebastian Winkler schon beim Soundcheck am Mittag. Und langsam steigt auch der Puls. "Ich bin aufgeregt", gibt Marcel Kilian zu. Anschließend wartet ein gemeinsames Essen für alle Musiker, die am Wettbewerb teilnehmen.
Inzwischen sind auch die Fans unterwegs. Zwei Busse aus Bürstadt rollen auf das Capitol zu. Fast 200 Tickets hat die Band unters heimische Volk gebracht - das wird sich später bemerkbar machen. Kein anderer Teilnehmer kann auf so viele Fans bauen wie die Groover.
Ambitionen auf den Sieg gibt es. Ausgesprochen werden sie nicht. "Wir sind unter den letzten vier Bands in Hessen - das ist jetzt schon ein Riesenerfolg", formuliert es Kilian. Man möchte die Sache ganz ruhig angehen. Nur eines sei sicher: "Wir wollen die Hütte zum Grooven bringen." Der Trompeter baut auf die Startzahl. Schon im Rex und im Halbfinale in der Frankfurter Batschkapp ging "The Groove Generation" als dritter Teilnehmer an den Start. In Offenbach nun wieder.
Kurz nach 20 Uhr wird es ernst: Nach einem Intro und der Anmoderation durch Viola Hacker betreten "The Bobtown Cats" aus Marburg die Bühne. Längst hat das Bürstädter Publikum lautstark auf sich aufmerksam gemacht. Aber die Groove-Generation-Fans erweisen sich als fair und zollen auch den "Bobtown Cats" Respekt. Ihr Rock´n´Roll der 50er überzeugt Jury und Publikum. Das Event wird live im Fernsehen übertragen - auch die Zuschauer an den Geräten zu Hause haben die Möglichkeit, für ihren Liebling zu stimmen.
Nach einer 15-minütigen Umbaupause ist "Pfund" an der Reihe. Die Darmstädter geben erfrischenden Rock zum Besten und glänzen mit einer cleveren Liedauswahl von "Rage against the machine" bis hin zu "Nirvana".
Um 21.58 Uhr treten die acht Bürstädter vor die 1500 Zuschauer im ausverkauften Capitol. "Ich hatte noch nie in meinem Leben so ein Herzflattern", beschreibt Sebastian Winkler die Sekunden vor dem Auftritt. Dann wird gegroovt. Susanne Kohl, Simone Uhrig, Marcel Kilian, Kevin Ritter, Kai Schneider, Marcel Buso, Florian Johann und Sebastian Winkler - alle in Rot gekleidet - starten mit "Easy Lover". Sofort ist das Publikum bei der Sache. "Seid ihr gut drauf?", heizt Kai Schneider die Zuhörer an. Dem zweiten Song ("Lady Marmelade") drücken die beiden Frauen ihren Stempel auf. Es folgen "Change", ein Medley und "All night long". Zwischendurch stellt Marcel Kilian alle Mitglieder dem Publikum vor, bevor er das letzte Lied ankündigt: "Man in the mirror" von Michael Jackson. Bei diesem Abschluss zeigt Frontsängerin Susanne Kohl, welche Kraft in ihrer Stimme steckt. Auf die Sekunde genau beendet "The Groove Generation" ihr Gastspiel im Capitol. Lauten Zugabe-Rufen darf die Band nicht nachgehen. Vorschrift ist Vorschrift.
