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Mainz 

Verbraucherzentrale Mainz warnt vor Abzocke mit New-York-Appartments

19.10.2009 - MAINZ

Von Markus Lachmann

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor Abzockern im Internet, die Urlaubern mit angeblichen Appartments in New York oder an der Ostsee das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Das Angebot, gefunden auf der US-amerikanischen Internet-Plattform "Craigslist", klingt zu schön, um wahr zu sein: Ein geräumiges, modern möbliertes Appartment im Herzen Manhattans. Und das für 100 Dollar die Nacht! Viele New York-Besucher nutzen solche kostengünstigen, von privat vermieteten Alternativen zu teuren Hotels, für die man oft 200 Dollar und mehr hinblättern muss.

Mail von Shawn Campbell

Auf die Anfrage per E-Mail meldet sich ein gewisser Shawn Campbell, er schickt Details zu der Wohnung. "Glücklicherweise" sei das Appartment zum gewünschten Zeitraum frei, es liege in der 23. Straße im Viertel Chelsea in Manhattan. Die Fotos hat er gleich mitgeschickt. Man solle sich beeilen, bevor jemand anderes buche. Gerne könne er einen Fahrer für den Transfer vom Flughafen organisieren.

Auf Nachfrage schickt Shawn ein Buchungsformular, der Text ist professionell und in tadelosem Englisch formuliert. Erst die Zahlungsbedingungen machen stutzig: Der Kontaktmann möchte, dass der Urlauber über Western Union die Hälfte der Summe - in diesem Falle 500 Dollar - plus 400 Dollar Kaution nach Calgary, Kanada, überweist. Dazu müsse man lediglich die nächst gelegene Filiale in Deutschland aufsuchen.

Seltsam auch der Name des Empfängers: Kaycee Rashyap. Weder dieser noch die Firma "Shawn Vacation Rental", die in Manhattan sitzen und auch die Adresse "Shawns" sein soll, finden sich im Internet. Auf Nachfrage rückt der Unbekannte dann seine "Telefonnummer" raus - dort geht allerdings nur ein Anrufbeantworter dran, die Nummer stammt aus Seattle. Er selbst sei den ganzen Tag in Meetings und nur spät erreichbar, behauptet der Mann per E-Mail. Auf die Nachfrage, warum das Konto in Kanada, die Adresse in New York und das Telefon in Seattle sei, antwortet "Shawn" dann nicht mehr: Der Betrüger ist ertappt.

Bei "Western Union" sollten die Alarmglocken klingeln

Zu "äußersten Vorsicht" rät Barbara Steinhöfel, Internet-Expertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, bei solchen Vermietungen von privat. "Schon beim Stichwort `Western Union` sollten die Alarmglocken klingeln", so die Verbraucherschützerin. Dies sei eine Zahlungsmethode, um blitzschnell Geld ins Ausland zu transferieren - was man bei Familienmitglieder machen könne, die rasch Geld benötigten. Auf keinen Fall sollte man Fremden auf diesem Weg Geld überweisen. Werde der Betrag ausgezahlt, habe man kaum Chancen, ihn wiederzusehen.

Steinhöfel rät, Wohnungen nur über seriöse Agenturen zu mieten. "Und wer Bekannte in der Stadt hat, sollte diese bitten, mal bei dem Appartment vorbeizuschauen."

Viele haben tausende Dollar verloren

Genau dazu raten auch Geschädigte, die auf die Masche in New York reingefallen sind. Auf Internet-Seiten warnen sie vor Gaunern mit Phantasienamen wie Wanda Burts, Danny C. Baldwin oder Ida Nieves. Viele haben auf diese Weise hunderte, gar tausende US-Dollar verloren.

Auch in Deutschland ist man vor solchen Internetbetrügern nicht gefeit. Im August flog ein Krimineller auf, der eine angebliche Ferienwohnung an der Ostsee vermietete und Vorschuss kassierte. 150 Personen wurden übers Ohr gehauen, darunter auch Rheinland-Pfälzer.

Ein Bild des angeblich zu habenden Luxus-Appartments in New York. Foto: Verbraucherzentrale

Ein Bild des angeblich zu habenden Luxus-Appartments in New York. Foto: verbraucherzentraleVergrößern

Tipps gegen Betrüger

Grundsätzlich: Finger weg von solchen privaten Angeboten im Ausland! Lieber ein Hotel buchen.

Für die, die es dennoch nicht lassen können, gilt: Alles, was zu schön aussieht (Preis, Lage, Größe), um wahr zu sein, gilt als verdächtig – gerade im teuren New York.

Den Anbieter fragen, ob sich Freunde mit ihm treffen können. Oftmals fliegen hier Betrüger auf.

Alle Angaben zur Person, Adresse, Telefonnummer und der Wohnung über Google nachprüfen! Dabei sollte man die Suche mit Wörtern wie „scam“ oder „fraud“ (engl. für Betrug) kombinieren.

Vorsicht, wenn um Überweisung per Western Union oder Moneygram gebeten wird!

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