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Flughafen Frankfurt: GdF verlängert Streik der Vorfeldmitarbeiter bis Freitagabend

21.02.2012 - FRANKFURT

Kein schnelles Ende des Streiks am Frankfurter Flughafen: Passagiere und Airline müssen sich mindestens noch bis Ende der Woche auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen, weil 200 Mitarbeiter auf dem Vorfeld ihre Arbeit niedergelegt haben. Der Betreiber Fraport kommt allerdings nach eigenen Angaben mit den Folgen des Ausstandes immer besser zurecht.

Mit Hilfe von eigens geschulten Ersatz-Teams werde man 80 Prozent des geplanten Flugverkehrs abwickeln, erklärte ein Sprecher der Fraport. Man sei auch auf einen längeren Arbeitskampf eingerichtet. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hatte den Ausstand zuvor bis Freitagnacht verlängert.

Am Dienstag, dem vierten Streiktag, sollten nur noch 187 Flüge ausfallen - nach 240 am Montag. Mehr als 1000 Verbindungen, darunter alle Interkontinentalflüge, standen hingegen auf dem aktuellen Flugplan. Seit Streikbeginn am Donnerstag sind nach Flughafenangaben rund 750 Flüge ausgefallen. An den ersten Tagen waren bis zu 30 Prozent der Flüge ausgefallen, die Passagiere wurden unter anderem auf Fernzüge umgebucht. Fraport bezifferte seinen Umsatzverlust aus den beiden Streiktagen in der vergangenen Woche auf bis zu vier Millionen Euro.

Kritik an Fraport: Zu kurze Einarbeitungszeit

"Natürlich wollen wir den Druck erhöhen", begründete GdF-Sprecher Matthias Maas am Dienstag die Streikverlängerung. Fraport solle an den Verhandlungstisch zurückkehren. Maas kritisierte zugleich den Einsatz der Ersatzleute. Eine zu kurze Einarbeitungszeit sei "fahrlässig und gefährlich". Er habe Zweifel, dass die Mitarbeiter alle berechtigten Lizenzen hätten.

Die GdF will laut Fraport bis zu 70 Prozent höhere Entgelte für die kleine Gruppe durchsetzen. Dabei kann sich nur ein Teil der Betroffenen tatsächlich auf einen Vergleichstarifvertrag am Flughafen München berufen, wie die dortige Flughafengesellschaft bestätigte. Der dortige Tarifabschluss mit der GdF regele nur die Arbeitsverhältnisse der 36 Vorfeldkontrolleure, sagte ein Sprecher. Die Vorfeldaufseher und die Verkehrsplaner seien nicht mitverhandelt worden.

Fraport hatte in dem Tarifkonflikt erklärt, die Entgelte und Arbeitsbedingungen der Vorfeldkontrolleure oder -lotsen annähernd auf das in München verhandelte Niveau bringen zu wollen. Die Steigerungen für die übrigen Gruppen wurden aber abgelehnt, weil das angeblich das Tarifgefüge sprengen würde.

Schlichter von Beust schweigt

Der Flughafenbetreiber forderte die GdF erneut auf, kompromissbereit an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das Unternehmen hatte einen Schlichterspruch des CDU-Politikers Ole von Beust abgelehnt. Der frühere Erste Bürgermeister von Hamburg wollte sich am Dienstag nicht zu Details des Vorschlags äußern. Sein Mandat sei erloschen, und zudem sei Vertraulichkeit vereinbart worden.

Tatsächlich war bereits über die Ausgründung des Vorfeldpersonals in eine eigene Gesellschaft gesprochen worden, wie GdF-Tarifvorstand Markus Siebers erneut in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag) berichtete.

Vorfeld des Flughafens Frankfurt. Foto: dpa

Vorfeld des Flughafens Frankfurt. Foto: dpaVergrößern

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