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Wormser Zeitung

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Milch mit Fleisch zum Frühstück

27.01.2007

Knut muss ohne Mama aufwachsen/Seit 33 Jahren das erste Eisbär-Baby im Berliner Zoo

red. BERLIN Der kleine Kerl hat extra ein eigenes Kinderzimmer bekommen. Denn Knut ist schon was Besonderes, er ist seit 33 Jahren der erste Eisbär, der im Berliner Zoo geboren wurde. Und den lässt Reviertierpfleger Thomas Dörflein nicht mehr aus den Augen. Seit der kleine Knut das Licht der Welt erblickt hat, nächtigt auch Dörflein im Zoo. Am 5. Dezember 2006 erblickte Knut zusammen mit seinem Zwillingsbruder das Licht der Welt. Seine Mama ist die 20 Jahre alte Tosca, sein Papa der sieben Jahre jüngere Lars. Die Eisbären-Mutter legte ihren Zwillingswurf fünf Stunden nach der Geburt ab, ohne sich weiter um die beiden Jungen zu kümmern. Das sei nicht unüblich, heißt es aus dem Berliner Zoo. Die Verantwortlichen beschlossen daraufhin, eine Handaufzucht zu versuchen, die bei Eisbären mit Risiken verbunden ist. Und so starb Knuts Bruder vier Tage nach der Geburt. Knut entwickelt sich prächtig. 810 Gramm wog er bei der Geburt, mittlerweile hat er es auf ganze vier Kilo gebracht. "Er nimmt gewaltig zu", sagte ein Zoomitarbeiter. Seine Überlebenschancen stehen also gut. Sechs Mal täglich gibt Reviertierpfleger Thomas Dörflein dem Eisbären das Fläschchen, dem jetzt zumindest morgens ein wenig Fleisch zugemengt wird. Auf allen Vieren stehen kann er noch nicht, dafür robbt er vergnügt herum. Wenn sein Ziehpapa Thomas Dörflein kommt, hebt Knut sein Köpfchen, der Kleine erkennt ihn an der Stimme und an dem Geruch. Schnuppern können Eisbären gleich nach ihrer Geburt, da ähneln sie noch eher kleinen Meerschweinchen als Raubtieren, die kräftig zubeißen können. Wenn Knut Hunger bekommt, wird es laut: Das kleine Knäuel kann schreien - und wie. Auf seinen Ziehpapa kommt noch allerhand zu, er muss dem Kleinen schwimmen beibringen. Zwar haben die Zoo-Besucher Knut noch nicht gesehen, eine kleine Berühmtheit ist er aber trotzdem schon. Wie seine Mama Tosca übrigens auch: Die war einst ein Star der Manege und gehörte zum 1991 aufgelösten Staatszirkus der DDR. Die Eisbärentruppe dressierte Ursula Böttcher, die sich als erste Frau an die Arbeit mit Eisbären gewagt hat.


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