Von Sascha Saueressig
Ein schlanker Mann, mit dunklen, längeren Haaren und Brille hat in den vergangenen Monaten mehrfach versucht, sich in Kirn und Idar-Oberstein mit einem gefälschten roten Privatrezept ein Schmerzmittel zu besorgen. Wie die Polizei Kirn jetzt mitteilt, war der zirka 30-Jährige zuletzt Mitte Januar in einer Kirner Apotheke vorstellig geworden und versuchte Tilidin, ein künstliches Opioid, zu erwerben.
„Da der Mann zuvor bereits einmal in dieser Apotheke war und sich auffällig verhielt, versuchten die Mitarbeiter ihn hinzuhalten, bis unsere Beamten vor Ort waren“, berichtet Achim Reimann, Leiter der Polizeiinspektion Kirn. Der junge Mann der an diesem Tag einen olivfarbenen Bundeswehrparka trug, habe jedoch die Flucht ergriffen.
Auch in Idar-Oberstein unterwegs
Dabei hat er ein gefälschtes Rezept zurückgelassen. Die nachfolgenden Ermittlungen ergaben, dass der Täter nicht nur zweimal in dieser Apotheke vorstellig wurde, sondern auch kurz vor Weihnachten in Idar-Oberstein – ebenfalls erfolglos – in einer Apotheke im Gewerbepark Nahetal versucht hatte, ein gleich lautendes Rezept einzulösen. „Das von uns sichergestellte Rezept war vorgeblich von einem Kirner Arzt ausgestellt worden“, erläutert Reimann. Doch diesem Arzt fehlten keine Privatrezepte und auch im Umfeld der Praxis hätten sich keine Anhaltspunkte ergeben.
„Oftmals werden Originalrezepte entwendet und dann Unterschriften gefälscht, das war hier definitiv nicht so“, sagt der PI-Chef. Es sei unklar, woher das Rezept stamme, allerdings seien Stempel und Unterschrift wohl eingescannt gewesen. Auch der angegebene Empfänger war ein unbescholtener Bürger aus Kirn-Land. „Wir haben uns nach ähnlich gelagerten Fällen erkundigt, aber es gab keine Hinweise“, erläutert Reimann den engen zeitlichen Rahmen. Daher geht die Polizei davon aus, dass der Täter aus dem Umfeld Kirns kommt.
Bislang habe man auf einen weiteren Auftritt des Rezeptfälschers gewartet, was allerdings ausgeblieben sei. Inwieweit der Verlust des falschen Rezepts damit zusammenhängt, sei jedoch nicht zu sagen, berichtet der PI-Chef. Neben den Vorkehrungen der Polizei gibt es auch bei den Apothekern einen Warndienst. Über den sogenannten Notrundruf der Apothekerkammer werden Apotheken über Rezeptdiebstähle oder Fälschungen, aber auch Rückrufe für bestimmter Medikamente informiert, so dass die Mitarbeiter reagieren können.
