26-Jähriger sitzt nach Geiselnahme in Frankenthal in U-Haft
02.09.2010 - FRANKENTHAL
Von Wolfgang Bürkle
Ein 26 Jahre alter Tankstellen-Räuber nahm am Mittwochnachmittag in Frankenthal fünf Menschen als Geiseln (wir berichteten). Am Donnerstag wurde er nun um zehn Uhr der Haftrichterin vorgeführt. Auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankenthal erging ein Untersuchungshaftbefehl wegen erpresserischen Menschenraubes in Tateinheit mit Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung. Haftgrund für den jungen Mann: Es besteht Fluchtgefahr.
Am späten Mittwochnachmittag, gegen 16.45 Uhr, hatte der Mann die Aral-Tankstelle in der Mahlastraße in Frankenthal überfallen, mit einem Messer zwei Männer und drei Frauen bedroht und sie schließlich als Geiseln genommen, nachdem die Polizei den Tatort abriegelte. Auch SEK-Beamte rückten an. Eine der Geiseln war die 21-jährige Kassiererin der Tankstelle.
Nachdem der 26-Jährige nach und nach vier der Geiseln gehen ließ, verließ der immer noch mit einem Messer bewaffnete Täter mit der letzten Geisel, der Kassiererin, ebenfalls das Gebäude und stellte gegenüber der Polizei Forderungen nach einem Fluchtauto und einem Handy. Bei dieser Gelegenheit wurde der 26-Jährige um 18.17 Uhr von Spezialkräften der Polizei mit einem Elektroschocker überwältigt und festgenommen. Hierbei wurden ein Polizeibeamter, der Geiselnehmer sowie die Kassiererin leicht verletzt. Sie wurde anschließend ambulant behandelt – aufgrund von Schnittverletzungen im Halsbereich.
Der 26-jährige Beschuldigte ist, wie die Polizei mitteilte, türkischer Staatsangehöriger und wohnt in Frankenthal. Er trat in der Vergangenheit bereits polizeilich in Erscheinung und steht derzeit unter Bewährung.
Wegen Alkohol: Keinerlei Erinnerung
Zum Zeitpunkt der Ermittlungen konnten am Donnerstag laut der Polizei allerdings noch keine Angaben zum Tatmotiv oder mögliche Hintergründe zur Tat gemacht werden. Es bestehe weiter Klärungsbedarf, ob die Geiselnahme die Folge eines vorausgegangenen Raubes ist.
Der Beschuldigte äußerte sich bisher weder gegenüber der Polizei noch der Haftrichterin zu dem Geschehen. Im Rahmen seiner richterlichen Vernehmung gab er an, dass er sich aufgrund vorangegangenen erheblichen Alkoholgenusses nicht an die Tat erinnern könne. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.
