Leinen los in Worms! - Feuerwehr muss Yachten wieder "einsammeln"
05.06.2010 - WORMS
Von Johannes Götzen
Zwei führerlose Luxus-Yachten und zwei eigene Rettungsboote musste die Wormser Feuerwehr in der Nacht zum Samstag auf dem Rhein regelrecht „einfangen“. Unbekannte hatten sie im alten Winterhafen, wo der Wormser Unternehmer Strupp eine Marina für Yachten betreibt, abgebunden, teilte die Feuerwehr mit. Die beiden tonnenschweren Yachten haben einen Wert von jeweils rund 260.000 Euro.
Feuerwehr muss erst eigene Boote einfangen
Passanten hatten die führerlos treibenden Boote vom Rheinufer aus gesehen und die Feuerwehr gegen 3.30 Uhr in der Nacht alarmiert. Die mussten ihr drittes Rettungsboot im nördlichesten Vorort Ibersheim zu Wasser lassen und zunächst die beiden eigenen Rettungsboote einfangen. In Höhe der Eisenbahnbrücke gelang ihnen dies.
Gleichzeitig wurden die Feuerwehren in Lampertheim und Bobenheim-Roxheim um Unterstützung gebeten. Mit den drei eigenen Booten, die jeweils Platz für bis zu maximal zehn Mann bieten und mit Außenbordmotor versehen sind, konnte die eine der beiden Yachten in Höhe des Chemieunternehmens Evonik/Röhm aufgefangen und dann zurück geschleppt werden.
Die zweite Yacht, die schon Passanten versucht hatten noch im Hafenbecken zu halten, konnte gestoppt werden, bevor sie richtig auf dem Rhein war.
Hätte "böse ausgehen" können
„Das war schon eine richtig große Aktion“, so Feuerwehrchef Feuerbach. Vor allem aber hätte die ganze Sache böse ausgehen können: Auf dem Rhein sind die Frachtschiffe 24 Stunden unterwegs, und just als die erste große Yacht durch die Strömung des Flusses auf den Rhein gezogen wurde, passierte ein so genannter Schubverband diese Stelle. Eine Kollision konnte nach Angaben der Feuerwehr vermieden werden.
Eine erste Konsequenz musste die Feuerwehr gleich am Samstagmorgen ziehen: Ihre Rettungsboote, die aus strategischen Gründen in der Marina liegen, musste sie anketten und verschließen. Feuerbach macht keinen Hehl daraus, dass er dies nur sehr ungern macht: „Im Notfall zählt für uns jede Minute. Da behindert es uns, wenn wir erst kompliziert alles aufschließen müssen.“ Er bedaure es sehr, dass nicht einmal mehr vor Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr Respekt herrsche.
