Von Michael Erfurth
Jetzt Einigung - Finanzierung steht
MAINZ Fußballerstligist Mainz 05 erhält ein neues Stadion mit einer Kapazität von rund 35 000 Zuschauern. Land, Stadt und Verein haben sich auf ein Finanzierungsmodell für das 60-Millionen-Euro-Projekt auf Ackerland am Mainzer Europakreisel geeinigt.
05-Präsident Harald Strutz sprach von einem "großen Tag und einer großen Herausforderung für den Verein". Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) bezeichnete die gefundene Lösung für die Stadionfinanzierung als "zukunftsfähiges Modell". Und der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) erklärte, dass die Unterstützung des Projekts durch die öffentliche Hand aus wirtschaftlichen, aber auch aus Imagegründen für das Land gerechtfertigt sei. Das Modell sieht vor, dass die Stadt über eine noch zu gründende kommunale Gesellschaft die Fußballarena bauen wird und dann an den Verein vermietet. Bruch bezifferte die Kosten auf bis zu 60 Millionen Euro. Der reine Stadionbau schlage mit rund 40 Millionen Euro plus Nebenkosten von rund drei Millionen Euro zu Buche. Für den Ankauf der Grundstücke und die Schaffung der Infrastruktur werden 15 bis 17 Millionen Euro angesetzt. Rund 20 Millionen Euro öffentliche Mittel - 12,5 Millionen davon vom Land - sollen in das Vorhaben fließen. Mainz 05 beteiligt sich als Stadionpächter mit 7,5 Millionen Euro Eigenkapital. 30 bis 32,5 Millionen Euro muss die neue Gesellschaft über einen Kredit finanzieren. Dieser wird durch die Mietzahlungen des Vereins über 25 bis 30 Jahre abgetragen. In der Ersten Bundesliga sind dafür 3,3 Millionen Euro pro Jahr fällig, in der Zweiten Liga wären es 2,3 Millionen Euro. Laut Bruch rechne sich das Ganze auch, wenn Mainz 05 mehrere Jahre in der Zweiten Liga spielen müsste. Der Mainzer Stadtrat muss dem Konzept am 16. Mai noch zustimmen. OB Beutel sieht die dafür nötige Mehrheit gesichert. Baurecht könnte in etwa 15 Monaten vorliegen. Auf einen Zeitpunkt, wann das Stadion eröffnet werden kann, wollten sich die Beteiligten noch nicht festlegen. Denn zuvor muss noch der Ankauf der derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen erfolgen. Bis zu neun der rund 130 Eigentümer hatten dies bislang abgelehnt. Kommentar
